Start
Verein
Geschichte
Entstehung
Siedlungsgeschichte
Tier u. Pflanzenwelt
Reiseziel Dolmar
Geograph. Lage
Kontakt
Buch: Der Dolmar ...
Gipfelkreuz 2009
Veranstaltungen 2017

Dolmargeschichte

 

Mit urkundlichen Zeugen beginnt die Geschichte des Berges in der Mitte des 17.Jahrhunderts.
Herzog Moritz von Sachsen - Naumburg - Zeitz kam alljährlich auf den Dolmar, um große Jagden zu veranstalten. Es steht geschrieben: " Wenn der hohe Herr den Gipfel des Berges erstieg und sein Blick über das vor ihm liegende Rundgemälde schweifen ließ, da erwachte in ihm der Wunsch ein Jagd- und Lustschloß zu bauen." In einer Urkunde vom 2. Juli 1669 wird der Baubeginn erwähnt.Baumeister sind zwei Italiener, Alberto und Carlo Maroni,Zimmermeister ist Balthasar Gerbig aus Suhl.
Das herzogliche Brackhaus wird jedoch am 6.Juli 1725 durch Blitzschlag und Brand völlig zerstört. Das Kellergewölbe blieb aber erhalten.

1816 stand auf dem Berg der Suhler Johann Matthäus Anschütz mit einigen gleichgearteten Naturverehrern und rief " poetisch angehaucht ":


Hier sind wir Freunde,
Seht, nun mehr ist er erstiegen,
Der hohe Dolmar herrlich liegen.
Der Aussicht Freuden um uns her!
Welch großer, weiter Schauplatz, der
Hier unserer wartet, voll von Lust für die
Die wissen, die Freuden der stillen Natur zu genießen.

1831 schrieb der berühmte Alpenforscher Prof. Adolph Schaubach das Buch " Der Dolmar. Eine geographische Skizze. " Das Schlußwort dieser Beschreibung lautet:
" Diese Szenerie wird vom schönsten im Thüringer Walde selbst nicht übertroffen und lohnt allein schon reichlich die Besteigung des Berges Dolmar. "
Der große deutsche Märchenerzähler und Märchensammler Ludwig Bechstein, er wohnte von 1830 - 1861 in Meiningen, spricht nach einer Wanderung mit Freunden auf dem Dolmar in seinem Aufsatz " Wanderungen durch Thüringen " über den Berg diese Worte aus :
Der Dolmar

Wanderlust
Schwellt die freie Mannesbrust
Mit lusthellem Angesicht
Grüßen wir das Morgenlicht.
Hügelab und berghinan,
Über Wald und Wiesenplan
Ziehn wir rüstig unsere Bahn.
Wanderlust
Frei aus Stubenqualm und Dunst,
Schwellt die Mannesbrust !
Wandertrieb
Macht und recht das Leben lieb,
Seht ihr, wie der Vogel zieht,
Daß er fremde Länder sieht
Pilgernd über Tal und Höhn
Läßt am besten sich verstehen.
Wandertrieb,
Den die Natur ins Herz uns schrieb,
Macht das Leben lieb!"

Der Bau eines Unterkunftshauses für den Dolmar wurde 1878 durch den Meininger Kreisgerichtsrat Maaser angeregt.  Die Baugenehmigung erteilte der Landrat von Schleusingen. Die Baukosten beliefen sich auf 3 755,00 Mark. Verantwortlich für den Bau des Hauses war der Thüringer Waldverein.
Am 10.09.1882 erfolgte die Einweihung des " Charlottenhauses ". Das Haus bekam den Namen nach der Gemahlin des Meininger Herzoges Bernhard. Der Dichter Rudolf Baumbach widmete der Einweihung das Lied: " Frisch auf, Kameraden ".
Nach kurzer Zeit wurde eine Vergrößerung des Hauses nötig. An der Westseite, auf den ruinenhaften Überresten des Jagdschloßes, erfolgte die Erweiterung des Gebäudest. Die Kosten beliefen sich auf 5.926,00 Mark.
Am 18. Mai 1890 wurde der Erweiterungsbau eingeweiht. Die Weihrede hielt der Metzelser Pfarrer Reichardt und er legte die Verse von Paul Gerhard zu Grunde:
" Geh' aus mein Herz und suche Freud in dieser schönen Sommerzeit an deines Gottes Gaben..."
1892 wurde die Küche vergrößert und der Eingang verlegt. Die Bewirtschaftung übernimmt für kurze Zeit Johann Andreas Kellermann aus Kühndorf.
1914 - 1917 bewirtschaftete August Fick aus Kühndorf das Charlottenhaus.
1918 - 1923 war Richard Storch aus Utendorf der Bergwirt.
Auf Betreiben des Thüringer Waldvereins fand am 21.09.1924 die Gründung der Dolmargemeinde satt .Der erste Schulze war der Schmalkalder Kaufmann Carl Felde. Die Mitglieder der Dolmargemeinde kamen aus allen naturliebenden Bevölkerungsschichten und fanden sich aus den umliegenden Städten und Dörfern ( sogar aus Eisenach ) zusammen.
01.04.1925 Richard Hergenhan pachtet die Gaststätte und wird Dolmarwirt. Gäste aus Berlin, Bremen und Leipzig kamen zahlreich.
1931 - 1933 wird das " Charlottenhaus " aufgestockt. Jetzt hat es neun Übernachtungszimmer, ein Vorstandszimmer und drei Gasträume, eine große und eine kleine Küche.
Am 1. Juli 1933 wurde die Einweihung dieses großen Umbaues gefeiert.
Aufgrund seiner günstigen thermischen Situation am Südhang des Berges rückte der Dolmar auch als Segelflugstandort in das Interesse dieses Sportes. Am 24.09.1933 wird eine Flughalle am Dolmar eingeweiht.
 



Im Zweiten Weltkrieg wird ab 1940 der Turm des Charlottenhauses zur Luftbeobachtung genutzt.
Ein geplantes Reichsehrenmal auf dem Dolmar wurde nicht gebaut. 

 

 

 




1952 übernimmt die GST ( Gesellschaft für Sport und Technik ) das " Charlottenhaus ". Es wurde geschiefert und als Segelflugschule genutzt. ( Bei der Übergabe an die GST erlitt der Bergwirt Richard Hergenhan einen Schlaganfall und starb am 05.11.1952. 28 Jahre hatte er als Pächter das " Charlottenhaus " bewirtschaftet. )

 


Der Dolmar wird 1965 Truppenübungsplatz der in Meiningen stationierten Sowjetischen Streitkräfte. Seit dieser Zeit ist der gesamte Berg militärischer Sperrbezirk.Eine Wanderung zum Dolmar und zum Charlottenhaus ist für die Menschen nicht mehr möglich. Das " Charlottenhaus " steht leer und verfällt zusehends. Noch nicht einmal der Turm aus den großen Steinquadern bleibt stehen. Nur noch ein paar Einstiegslöcher des Kellergewölbes vom Jagdschloß aus dem 17.Jahrhundert, jedoch von Büschen zugewuchert, erinnern an das einstige Haus.

1990 endet die Besatzung des Dolmars durch die Rote Armee. Im August 1991 verlassen die Sowjetischen Streitkräfte Meiningen.
Der Berg ist wieder frei.
Ein neues Kapitel in der Geschichte des Dolmars beginnt.
Der Verein der Dolmarfreunde e.V., gegründet am 7.April 1990, ist legitimer Nachfolger der Dolmargemeinde und erwirbt die Flächen auf dem Dolmarplateau. Die Hoffnung, den Dolmar wieder zum trationellen Wander- und Ausflugsziel zu gestalten, wächst in realistische Aktivitäten der Menschen in der Dolmarregion.

Mit der Planung eines neuen Charlottenhauses auf dem Dolmar wurde gleich nach der Neugründung des Vereins begonnen. Viele Vorschläge, Hinweise aber auch notwendige Regelungen waren zu berücksichtigen. Der Star zum Neubau begann bereits im Dezember 1996 mit Erschließungsarbeiten an den Resten des alten Kellergewölbes. Am 1.Juli 1998 erfolgte die Grundsteinlegung und bereits am 17. Oktober konnte das Richtfest unter reger Beteiligung von Gästen und Freunden des Dolmar gefeiert werden. Die Einweihung des neuen Charlottenhauses fand am 1. Mai 2000 statt. Nun konnten alle Besucher des Dolmars wieder in ein gastliches Haus auf der Höhe des Berges einkehren.

Zwei Jahre später im Dezember 2002 wurde die neue Straße von Kühndorf zum Hochplateau des Berges fertiggestellt. Der Verein der Dolmarfreunde hat in Verbindung mit den Bürgern der ganzen Region und den zuständigen Stellen, wieder ein Kleinod des Wander-und Erholungstourismus geschaffen. Alljährlich sorgt der Verein durch viele Arbeitseinsätze für eine dauerhafte Pflege und Ordnung auf dem Berg. Veranstaltungen bieten den Besuchern Einblick in das Vereinsleben und schöne Stunden in Geselligkeit und Frohsinn.